Die  Pflege der Kusu Produkte

Zu allererst: Keine Angst vor Empfindlichkeiten!!!!

 

Immer wieder erlebe ich die Situation, dass eine interessierte Strickerin spätestens beim Anblick des Preises der Garne "buchstäblich" die Finger davon lässt. Die Gründe sind dann oft die Gedankenkombination: teuer - weich - flauschig = empfindlich beim Tragen und "umständlich" in der Handhabung.

    Es ist aber nicht so.

1. Die Garne der Performa Serie: Rimu (mein absolutes Lieblingsgarn), Kiwi und Kauri sind

    Waschmaschinen geeignet und ihnen bekommt ein leichtes Nachtrocknen im Trockner auch

    hervorragend.

2. Entgegen der Empfehlung hab ich meine Socken aus dem Sockengarn Cozi auch schon in der

    Maschine gewaschen und sie sind völlig in Ordnung wieder heraus gekommen. Ich finde es absolut

    sinnfrei ein Sockengarn auf den Markt zu bringen, das so empfindlich sein soll, dass man dann nur

    Handwäsche machen darf.

3. Wer mich persönlich kennt weiß, dass ich nicht die "pfleglichste" Person bin.

    Allein schon, wie ich mein Strickzeug täglich mit mir "herumschleppe" = es immer recht achtlos zur

    Seite lege, ohne Beutel umzu in die Handtasche stopfe, etc. Wenn ein Strickwerk bei mir dann nach,

    meistens Monaten, endlich fertig ist hat es eine Wäsche schon dringend nötig. Und wenn ein Garn

    diesen Prozess heil überstanden hat, ist es schon alleine deshalb sein Geld wert.

    Ich weiß nicht so recht wie ich meine Überzeugung von der Hochwertigkeit der Garne ausdrücken

    soll. Speziell Rimu.

    Deshalb jetzt hier DIE Rimu Geschichte, vor den offiziellen Wasch Empfehlungen.

Mein erstes Strickstück mit "Kusu Wolle" war eine Mütze aus Rimu für meine Tochter.

Ich muss gestehen, dass ich als langjährige Wolle-Verstrickerin etwas "Betriebsblind" war.

Ich hatte es mir zu eigen gemacht alles, was aus Wolle ist, so wenig wie möglich zu waschen. Getreu dem Motto: Gutes Lüften spart die Waschmaschine. So auch zu Anfang nach der Ferstigstellung der Mütze. In meinen Augen war sie schon perfekt und sie durch Waschen in Form zu bringen, wie man das bei Pullovern macht fand ich nicht nötig. Und lange dran gestrickt hatte ich auch nicht....

Eine Waschempfehlung speziell für die Zealana Kusu Garne hatte ich damals nicht gelesen/gesehen. Die ist aber super wichtig und folgt etwas weiter unten !!!

Zum Glück landete die Mütze einmal richtig im Dreck, wo lüften dann auch nicht mehr helfen konnte. Und siehe da, das Wunder mit Rimu hatte seine Steigerung. Die Mütze wurde noch gleichmäßiger glatt flauschig und bekam den richtigen charakteristischen Flaum/ Halo.

    Weder die Mützen meiner Töchter, speziell nicht die meines Mannes, werden wie rohe Eier

    behandelt. Er trug seine für einen Winter täglich beim Innenausbau eines alten Hauses.

    Alle Mützen sehen eigentlich noch immer aus wie zu Anfang ihrer Karriere.

 

Ich gebe nun hier offizielle Empfehlungen weiter und bringe aber auch noch eigene Erfahrungen mit ein.

 

Bei Handarbeit ist die erste Wäsche wichtig, um ein Strickstück gut in Form zu bringen. Bei der Kusu- Wolle ist es noch wichtiger, weil  besonders die Garne des Herstellers ZEALANA so sind, dass sich die Kusufasern beim Verarbeiten schon ein bisschen, aber nur bei der ersten Wäsche zu ihrer vollen Pracht dem schönen Flaum/Halo aufrichten und sich in ihrem Wolle-  oder Kaschmir Verbund gut festigen!

         Das fördert die Haltbarkeit, das "nicht flusen".

 

Der Waschvorgang bei Handwäsche:

Weil der Schmutz auf der Faser liegt, wird keine Temperatur benötigt.

Deshalb: kalt = (max.30°)  (Bei mir ist das nicht gerade eiskalt aber ich versuche auch unter Babytemperatur zu bleiben) und mit einem guten Wollwaschmittel waschen.

Besonders bei der ersten Wäsche sollte sich das Stück gut mit Wasser vollsaugen können.

Dazu eine Weile locker im Wasserbad bewegen und leicht drücken. Dabei "entspannt" sich das Strickstück, und das Garn entfaltet sich. Ganz klar: Nicht rubbeln, auch nicht bei kaltem Wasser. Die wichtigsten Faktoren fürs Verfilzen sind Wärme und Reibung!

Das Ausspülen geschieht genau so vorsichtig.

Die Garne mögen nass auch keine plötzlichen Temperatur Schwankungen. Die maximal 30° sollten während des gesamten Vorgangs eingehalten werden.

 

Der zweite wichtige Schritt bei der Handwäsche ist die Vorbereitung zum Trocknen = das Wasser entfernen. "Wringen" geht gar nicht!

Das Ausdrücken des Stücks sollte nur sehr vorsichtig geschehen, pressen Sie die meiste Feuchte sanft mit einem Handtuch heraus. Das heißt in der Realität: mindestens zwei große möglichst dicke Handtücher bereit haben! Das (Strick)-Stück, auf dem Handtuch ausbreiten (nicht dehnen, eher leicht gestaucht lassen) dann locker aufrollen und die Rolle vorsichtig fest zusammendrücken, pressen ohne viel Bewegung.

Ich mache das meist mindestens zwei Mal (die Handtücher zu trocknen ist einfacher als ein zu nasses Wolle-Etwas).

 

Trocknen:

Danach das Stück wieder auflockern und gut (nach den gewünschten Maßen) in Form legen und liegend auf einer gut luftdurchlässigen Unterlage an einem luftigen warmen Ort trocknen lassen. Auch wenn es verführerisch ist: nicht zu nah an der HEIZUNG oder dem OFEN und nicht in der SONNE! Hitze macht alle Naturfasern brüchig.

 

Diese Art der Wäsche ist für alle Garne in sämtlichen Mischungen immer gut geeignet, egal ob Erst- oder Folgewäsche. Nur das Spannen beim Trocknen für die dauerhafte, genaue Formgebung ist nach der ersten Wäsche anders. Grundsätzlich sollte das Stück nicht gebügelt oder gedämpft werden, weil das die Kusu Fasern platt macht und den Halo Effekt verringert.

So hat man lange Freude an den selbstgefertigten Stücken.

 

 Die MASCHINENWÄSCHE der Garne der Performa Serie von ZEALANA:

Diese Garne können im Woll- oder Feinpflegeprogramm der Waschmaschine kalt oder maximal 30°C gewaschen werden. Die Zugabe eines Weichspülers ist auch möglich.

Danach sollten sie liegend trocknen, bis sie nur noch leicht feucht sind. Erst dann kann man sie noch einmal kurz, für 4-6 Minuten bei leichter Wärme im Schongang im Trockner fertig trocknen lassen.

 

Nach der ersten Wäsche reicht das Lüften dann auch bei Kusufaser- Wolle- Mischungen oft lange aus, da bei Wolle und dem glatten Kusu Haar der Schmutz auf der Faser liegt und nicht eindringt.

Eventuell vorhandene Gerüche sind nach einer Nacht an der frischen Luft (oder im feuchten Badezimmer) komplett weg. Die Fasern können sich regenerieren, ausgebeulte Stellen werden wieder glatt. Wenn man nicht flach liegend auf einer luftdurchlässigen Unterlage lüftet, ist ein gut geformter abgerundeter, ummantelter Kleiderbügel wichtig, damit keine unschönen Beulen durch harte spitze Kanten entstehen.

 

Zeigt her eure Füße ...

       ... sie waschen, sie waschen, sie waschen den ganzen Tag ...